Sa, 27. Juni 2026 - 07:08

Adrian Walther: "Ich konnte mir und den Leuten beweisen, dass ich es immer noch kann."

Der aktuelle Schwinger der Woche, Adrian Walther, spricht im Interview über den Sieg am Schwarzsee-Schwinget, seine Rückenbeschwerden nach dem Oberländischen Schwingfest und den Umgang mit der Hitze.

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Sieger Schwarzsee Adrian Walther

Adrian Walther feierte am Schwarzsee-Schwinget 2026 den zweiten Bergkranzfestsieg der Laufbahn.

Fotograf: David Waser

Präsentiert von Bschüssig

Herzlichen Glückwunsch zum Festsieg am Schwarzsee-Schwinget! Eine Woche zuvor mussten Sie das Oberländische aufgrund von Rückenbeschwerden aufgeben. Wie haben Sie die Vorbereitung für den Schwarzsee-Schwinget erlebt?
Adrian Walther: Nach dem Oberländischen ging es mir gar nicht gut. Stehen und Sitzen fielen mir schwer, nur Liegen ging einigermassen. Ich hatte kurz vor dem Unspunnen-Schwinget 2023 ähnliche Probleme, weshalb nun mein medizinisches Umfeld bereits sehr gut Bescheid wusste. Ich verbrachte mehrere Stunden in der Chiropraktik und noch mehr beim Physiotherapeuten und bekam die Probleme damit schnell wieder in den Griff. Bereits am Mittwoch waren die Beschwerden weniger und am Donnerstag konnte ich wieder ins Schwingtraining. Am Freitagmorgen entschied ich mich dann, am Sonntag anzutreten.

Wie geht es Ihnen nun, wenige Tage nach dem Bergkranzfest?
Walther: Ich habe gemerkt, dass meine Muskeln, speziell im Rücken, etwas mehr gelitten haben als sonst. Ich hatte aber bereits im Voraus weitere Therapietermine vereinbart und bin nun wieder beschwerdefrei.

Sie starteten am Schwarzsee mit drei Siegen und stellten dann in einer Berner Paarung mit Curdin Orlik. Schwangen Sie in diesem Gang auf einen Gestellten?
Walther: Das würde ich nicht sagen, aber es lief schliesslich auf das hinaus. Natürlich bin ich schon lange genug dabei, dass ich mir meiner punktemässigen Ausgangslage nach dem dritten Gang bewusst war. In dieser Paarung ging dann tatsächlich etwas wenig, aber das hat vor allem mit der Stärke und dem Können von Curdin zu tun. Er schwingt momentan sehr stark und war zudem in derselben Ausgangslage wie ich.

Der Schwarzsee-Schwinget war von sehr heissem Wetter geprägt. Wie haben Sie sich abgekühlt?
Walther: Das heisse Wetter war zu erwarten, weshalb ich mich entsprechend vorbereitet habe: Ich trug den ganzen Tag über eine Kühlweste unter der Trainingsjacke und zog diese erst kurz vor dem Gang ab. Ich versuchte die Zeit von der Garderobe, zum Gang und wieder zurück möglichst kurz zu halten. Ein Nachteil war, dass ich mir deshalb weniger Gänge von meinen Kollegen anschauen konnte.

Sie waren im Schlussgang gegen Daniel Tschumi auf dem Papier der klare Favorit. Mit welcher Einstellung sind Sie in diesen Gang gegangen?
Walther: Ich ging mit viel Selbstvertrauen in den Schlussgang, das ich mir im Laufe des Tages «angeschwungen» hatte. Mit jedem Gang wurde das Vertrauen in mich, aber vor allem auch in meinen Rücken, grösser. Daniel Tschumi schwang den ganzen Tag hervorragend, weshalb mein Plan war, ihm von Beginn an meine Schwingweise aufzuzwingen und ihn gar nicht erst richtig in den Gang kommen zu lassen.

Seit dem Brünig 2022 mussten Sie auf den nächsten Sieg bei einem Teilverbands- oder Bergkranzfest warten. In der Zwischenzeit standen Sie bei solchen Festen mehrmals im Schlussgang. Nun hat es am Schwarzsee geklappt, ging für Sie ein grosses Saisonziel in Erfüllung?
Walther: Ja, ein solcher Sieg war ein grosses Ziel. Natürlich wäre es das auch schon in den letzten Jahren gewesen (lacht). Ich war mehrmals nahe dran, aber da spielen viele Faktoren mit.  Auch wenn man im Schlussgang steht, braucht es für den Sieg immer noch sehr viel. Der Sieg am Schwarzsee-Schwinget gibt mir eine grosse Genugtuung: Ich konnte mir und den Leuten beweisen, dass ich es immer noch kann.


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